Theater am Kurfürstendamm und Komödie starten Petition zur Rettung der Kudamm-Bühnen

24. Mai 2016

Theaterchef Woelffer: „Jetzt geht es um Leben und Tod.“

Berlin, 9. Mai 2016 – „Die Zeit ist reif für eine neue Kampagne zum Erhalt von Theater am Kurfürstendamm und Komödie“, ist sich Martin Woelffer sicher. „Unzählige Menschen haben mich und meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Wochen angesprochen und ihre Unterstützung angeboten“, erzählt der Theaterchef. „Schon einmal gab es eine Unterschriftenaktion – vor 10 Jahren – damals haben 200.000 Menschen für die Rettung von Theater am Kurfürstendamm und Komödie unterschrieben. Bestimmt können wir diesmal noch mehr Menschen für unsere Sache mobilisieren. Es geht um Leben und Tod der Theater und der Institution.“

Die Unterschriften werden über eine Online-Kampagne von Change.org, aber natürlich auch über Unterschriftenlisten in den Theatern gesammelt. Auf der Homepage www.komoedie-berlin.de gibt es Unterschriftenlisten zum Downloaden. In den nächsten Tagen werden Listen an Geschäftspartner und alle, die angefragt haben, verschickt. Wir sind uns sicher, dass sowohl Berliner als auch viele Nicht-Berliner unsere Petition unterstützen werden“, ist Martin Woelffer überzeugt.

Der Appell
Die Unterschriftenaktion richtet sich an den Regierenden Bürgermeister von Berlin und Kultursenator, Michael Müller. Der Appell hat folgenden Wortlaut:

Kudamm-Bühnen retten!
Wir fordern den Erhalt der traditionsreichen Bühnen am Kurfürstendamm

Seit über 10 Jahren kämpft der Theaterdirektor Martin Woelffer bereits um den Erhalt von Theater am Kurfürstendamm und Komödie.

Nun droht erneut ein Investor damit, beide Theater abzureißen, und plant, ein Kellertheater zu bauen. Ob Martin Woelffer, der das Haus in dritter Generation führt, der Betreiber sein soll, lässt der Investor offen.

Vor kurzem fasste der Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses folgenden Beschluss: „Der Senat wird aufgefordert zu prüfen, wie ein Abriss der traditionellen Bühnen am Kurfürstendamm verhindert werden kann. In dieser Prüfung sind auch die Aspekte der Stadtentwicklung, der Bauplanung und ggf. des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Des Weiteren wird der Senat aufgefordert zu prüfen, welche finanziellen Mittel für eine Ausweichspielstätte während der Bauarbeiten und für den zukünftigen Theaterbetrieb nach dem Umbau des Kudamm-Karrees erforderlich sind.“

Wir appellieren an Sie, nicht nur zu prüfen, sondern zu beschließen, die Zukunft der Boulevardbühnen langfristig zu sichern, denn an diesen beiden von Max Reinhardt gegründeten und von der Familie Woelffer seit mehr als 60 Jahren geführten Häuser wurde ein Stück Berliner Theatergeschichte geschrieben.

Martin Woelffer hat den Anspruch, modernes, großstädtisches Unterhaltungstheater zu machen, eingelöst. Jedes Jahr sind die Bühnen mit 200.000 Besuchern die beliebtesten Sprechtheater der Stadt.
Auf eine sichere Zukunft für die beiden Theater, sein Team und die zahlreichen Kreativen, die an den Bühnen eine künstlerische Heimat gefunden haben, wartet er noch.
Sie, Herr Müller, können das ändern.

Rettet die Bühnen! Rettet den Kudamm!

09. März 2016

Quelle: morgenpost.de, Foto Oliver Lang/ddp

Sehr geehrte Freunde von Kultur und Theatervergnügen am Kurfürstendamm,

Zwischen 2012 und 2014 war es still geworden um die Umbaupläne des Investors Ballymore für das Kurfürstendammkarree, weil das Unternehmen in Finanzschwierigkeiten geraten war. Anfang 2015 erwarb die „CELLS Bauwelt GmbH“ mit einer Investorengruppe den Gebäudekomplex.

Am 22.Januar 2016 stellte der Investor zusammen mit dem Berliner Architekten Jan Kleihues seine neuen Pläne für den Umbau des Kurfürstendammkarrees vor.
Und wieder steht der Abriss beider Theater zugunsten von mehr Kommerzflächen im Zentrum der Planung. Diesmal soll an Stelle der historisch bedeutsamen Bühnen von Max Reinhardt und Oskar Kaufmann ein Kellertheater gebaut werden. Dieses Kellertheater wird gesichtslos und geschichtslos werden. Es kann und wird niemals das Ambiente und den Flair der historisch gewachsenen Boulevardbühnen haben. Hier wird man nur noch wenig Theaterluft schnuppern.

Bereits im Frühjahr 2015 hatte unser Verein den neuen Investor um ein Gespräch über die Zukunft der Theater gebeten. Wir erhielten aber nie eine Antwort. Unser Verein „Rettet die Kudammbühnen e.V. streitet nach wie vor für den Erhalt der beiden Bühnen. Zumindest die ‘Komödie’ könnte durchaus in die aktuelle Planung integriert und endlich im öffentlichen Raum auch sichtbar gemacht werden. Das würde dem erneuerten Kurfürstendammkarree eine unverwechselbare Identität geben und sogar den Marktwert der Immobilie erhöhen. Aber Investoren suchen immer nur stereotype Verkaufsflächen. Davon hat die City West aber schon mehr als genug!

Gerade jetzt, wo die City West wieder an Bedeutung und Wirtschaftskraft gewinnt, ist es elementar wichtig, daß der Kurfürstendamm nicht nur Einkaufstraße und verlängerte Tauentzienstraße wird, sondern ein lebendiger Boulevard, der auch Theatervergnügen bietet und der seine Kultur- und Baugeschichte nicht zerstört sondern für die jungen Generationen erhält und pflegt.

Im November 2014 feierte die ‘Komödie’ ihr 90 jähriges Bestehen mit vielen sehr honorigen Gästen. Der anwesende Kulturstaatssekretär Tim Renner ehrte das Theater mit dem Satz:“Ich will hier gottverdammt stehen, wenn es um 100 Jahre Ku’dammkomödie geht!“.
Wir fordern, dass diesem Spruch nun Tatkraft folgt. Denn politisches Handeln ist jetzt dringend gefragt.

Wir werden darum nicht müde, bei Senat und Bezirk ebenso wie beim Investor und seinem Architekten die Trommel dafür zu rühren, dass zumindest die ‘Komödie am Ku’damm’ erhalten bleibt.

Ihr Verein
„Rettet die Ku’dammbühnen e.V.“ Berlin